Mythos, 1000 Würfe, Leidenschaft…

Wenn man an die Ostsee zum Meerforellenangeln fährt, dann sicherlich nur mit einem Ziel. Hauptsache mal einen Biss bekommen. Alles andere ist erfahrungsgemäß überheblich und falsch. Zumal wenn man auch noch als absoluter Novize in dem Bereich unterwegs ist. Berichte von Massenfängen kursieren immer wieder im Netz, jedoch ist und bleibt es ein Fisch aus einem großen Teich mit seinen Launen und Geheimnissen.

Ostsee bei Sonnenuntergang
Ostsee bei Sonnenuntergang.

Sechs, maximal acht Wochen hat man im Frühjahr richtig gute Chancen eine Meerforelle an die Angel zu bekommen. Garantie gibt es, wie immer beim Angeln, keine. Die Tatsache, dass man beim Mefo-Angeln in der Regel ohne Fangerfolg nach Hause fährt, macht die ganze Geschichte natürlich noch reizvoller. Und irgendwann ist bei jedem Angler der Stellenwert eines gefangenen Fisches einfach immer höher, je härter dieser sich erarbeitet werden musste. Es klingt zwar für die meisten Anfänger und Nichtangler paradox, ist aber nun mal so.

Erster Fisch er Tour
Erster Fisch der Tour.

Und so war es auch heuer. 4 Tage Dauerwerfen mit der Hoffnung auf ein Happy End. Hauptsache nicht Schneider Heim fahren. Wenigstens einen Fisch sehen. Und wenn es beim Kollegen ist.
Die Tour fing optimal an. Joachim konnte gleich am ersten Tag, nach einem Strategiewechsel, eine richtig schöne 55er auf seinem Konto verbuchen. Das sollte jedoch auch sein einziger Fisch bleiben. Bei mir war es genau umgedreht. Nach dem der erste Tag nicht mal einen Nachläufer brachte und der zweite Tag bei einer Bootstour mit einer glatten Null endete, war die Ernüchterung spürbar. Harte Fischerei. Aber wir haben nix anderes erwartet. Am dritten Tag kam bei mir auch nichts. Dafür beim Josef, einem Bekannten den wir auf Rügen getroffen haben und er an dem Tag auf unserem Spot mitgefischt hat. Seine allererste Mefo. Da war die Mitfreude natürlich riesig! Lebenstraum erfüllt und vielleicht auch ein bisschen mit dem Virus angesteckt.

Der Spot am dritten Tag, Sandstrand bei Glowe
Unser Spot am dritten Tag, Sandstrand bei Glowe.

Der letzte Tag brachte am Vormittag meinen Schneiderfrei-Fisch. Auch wenn die Mefo, die wieder schwimmen durfte, erst in ein paar Jahren eine richtige Forelle wird, hab ich mich natürlich gefreut. Das Ziel ein Fisch zu fangen war schließlich somit erreicht.

70+ Traumfisch.
70+ Traumfisch.

Tiefenentspannt standen wir den ganzen Nachmittag am Nordstrand. Der Wind drehte auf Süd, was temperaturtechnisch die Sache sehr angenehm machte. Wie aus heiterem Himmel schlug es nochmal bei mir ein und bis ich es realisierte, schwamm eine große Forelle vor meinen Füßen. Der Drill ein Highlight. Fluchten und Sprünge, alles was zu einem Forellendrill dazu gehört. Schließlich lag sie im Kescher, die 72er Mefo. Der absolute Wahnsinn. Ein Abschluss, der einfach süchtig macht. Wie bereits vor zwei Jahren, bei meiner ersten Mefo-Tour, wieder mit einem 70+ Fisch nach Hause zu fahren, ist schon eine krasse Nummer mit extrem viel Suchtpotential.