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Fangmeldungen 2012
 
Schickt uns eure Fänge für die jeweiligen Kategorien. Am Ende des Jahres wird ein Zielfischkönig gewählt.
Bitte beachtet aber, dass wir bei Fotos großen Wert auf Ästhetik legen. Offensichtlich abgeschlagene Fische werden nicht veröffentlicht.

30+ Barsche

    *   Martin E. 45 (Jan)
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60+ Rapfen

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70+ Zander

    *   Martin E. 97 (Jan)
    *   Martin E. 91 (Jan)
    *   Damian S. 91 (Jan)
NEU Damian S. 83 (Feb)
    *   Damian S. 82 (Jan)

80+ Hechte

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Renken-Rookie am Attersee PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Oswald   
20.05.2008

attersee_Schon bei den letzten Malen, bei denen mir der Uli im Angelgeschäft über den Weg gelaufen ist, blieben wir bei den Gesprächen über die Saisonplanung immer wieder beim Thema Renkenfischen am Attersee hängen.
Uli, der regelmäßig den Philipp am Attersee besucht, berichtete mir in schillernden Farben von ihren Erlebnissen bei der Jagd auf die begehrten Coregonen. Vom Aufspüren der Fische, über die spritzigen Fluchten bis zum vortrefflichen Geschmack der geschuppten Genossen regte sich mein Interesse an dieser Art der Fischerei und ich freute mich umso mehr, als ich gefragt wurde ob ich nicht mitfahren und das ganze mal selbst ausprobieren zu wollen. Die spontane Planung war gleich geschehen und ich saß Freitag nachmittags im Zug um in München Uli zu treffen und mit ihm nach Oberösterreich weiter zu fahren.
Der Attersee ist sowohl von Regensburg über Passau und Wels, als auch über München per Autobahn gut zu erreichen und mit etwa zweieinhalb bis drei Stunden Fahrtzeit ist man sogar schneller an einem erstklassigen Angelrevier als in so manchem überlaufenen Skigebiet.
Gerade angekommen wartete auch schon Philipp mitsamt Angellizenzen und Ruderboot, heiß auf die ersten Reinanken wurde die ausführlichere Begrüßung kurzerhand auf die Ruderfahrt zum Zielgebiet verlagert. Ich erhielt ein paar weitere Tipps und schon rauschte meine Hegene, bestückt mit fünf Nymphen in etwa 14 Meter Tiefe. Obwohl es schon zu dämmern begann gelang es meinen beiden Guides noch ein paar Bisse zu provozieren und einige, eher kleinere Renken an den Haken zu bekommen. Nach unserer Ausfahrt rätselten wir beim Essen wie wir die Ereignisse einzuordnen hätten. Die vergangene Woche hatten die Kollegen vom See von guten und sehr guten Fängen berichtet.
Könnten wir auch auf reiche Beute hoffen oder würden wir mit einer Beißflaute zu rechnen haben? Lag es an fehlender Erfahrung oder an meiner Forellenrute, deren Spitze vielleicht zu knackig für die feinen Bisse waren, dass ich keinen Biss hatte oder erkannte? Kann man nach dieser kurzen Ausfahrt überhaupt schon vernünftige Prognosen aufstellen?
Auf jeden Fall wurde beschlossen zur Sicherheit eine Reserverute für mich mitzunehmen und wir akzeptierten widerwillig die Tatsache noch ein paar Stunden schlafen zu müssen bevor es richtig losgehen konnte und wir Antworten auf unsere Fragen finden würden.

Im Reich der Coregonen

daisy_Um halb sechs war dann Alarmstart und nach einer Tasse Kaffee fuhren wir zu unserem Rendezvous mit Frau Nagl von Angelsport und Bootsvermietung Nagl um unser Ruderboot in Empfang zu nehmen. Auf dem Wasser zeigte sich dann bald, dass ich wohl nicht die leichtesten Bedingungen für meinen Start als Renkenfischer vorfinden würde.
Das Wetter war schön aber schwül und eher damit beschäftigt, sich zu entscheiden wie es denn weitergehen solle als damit, die Fresslust der Fische zu steigern. Die Erfahrung meiner beiden Kollegen war zu diesem Zeitpunkt Gold wert, da ziemlich schnell klar war, dass uns die Renken wohl nicht freiwillig ins Boot springen würden.
Nach einigen Platzwechseln, verhaltenen Bissen und wenigen kleinen Fischen gelang es mir dann schließlich doch, beim langsamen Einholen meiner Hegene eine Renke zum Biss zu verleiten. Gespannt wurde mein Drill beobachtet und ich wurde nochmals zur Vorsicht ermahnt, doch ich hatte mir die Beschreibungen zum Fluchtverhalten und zum äußerst zarten ichundrenke_Renkenmaul im Kopf behalten und beherzigte die Ratschläge. Ich ließ mir Zeit und war zudem konzentriert bei der Sache. Den Drill forcieren, so wurde mir eingeschärft, ist bei dieser Fischerei fehl am Platz und es ist aufregend genug, zwischen Schnur geben während der spritzigen, engagierten Fluchten und Spannung halten umzuschalten, zumal die Renken oft auf einen zu schwimmen. Man denkt der Fisch ist weg und wenn man plötzlich wieder Kontakt bekommt ist es oft zu spät und der Fisch ist wirklich weg. Ich passte also auf und es ging alles gut. Ich konnte die Renke Landen, die zwar noch einiges vom Optimum entfernt aber durchaus geeignet für den Räucherofen war.
Der restliche Vormittag verging ohne weitere nennenswerte anglerische Höhepunkte und ich schwankte zwischen dem Stolz, als Renken-Rookie den bisher größten Fisch gefangen zu haben und dem Frust, die viel beschworene Räucherparty die den geglückten Tag beim Reinankenangeln beschließt wohl so nicht zu erleben. Wir beschlossen die weniger attraktive Mittagszeit lieber bei einem Kaffee am Seeufer und bei der Vorbereitung der abendlichen Ausfahrt zu verbringen. Bei etwas Koffein und nach einer ausgiebigen Brotzeit fassten wir frischen Mut und schauten mal bei Angelsport Nagl vorbei. Vielleicht waren die Attersee-Hegenen ja falsch verpackte Mondsee-Hegenen...
An den Hegenen lag es nicht, denn andere Angelkollegen hatten ähnliche Erfahrungen mit beißfaulen und eher kleineren Fischen gemacht. Das drückende Wetter spielte bestimmt eine Rolle und auch die Temperaturschwankungen der letzten Tage wirkte sich weniger förderlich aus. Bei den wenigen gefangenen Fischen viel auf, dass diese wohl eine stressige Woche hinter sich hatten. Sie waren alle bis zum Platzen voll gefressen.
Wir besorgen uns noch etwas Räuchermehl – man weiß ja nie – und eine Renkenpose, sie würde es uns erlauben weiter weg vom Boot zu angeln und feine Bisse besser zu verwerten.

Rookie im Ranking ganz vorne

doublette_Nach der Mittagspause mit Nickerchen und ausgedehnter Kaffeestunde ruderten wir gegen vier wieder raus auf den See und dieses Mal ließ es sich schon besser an. Es hatte geregnet und die stickige Luft war wie weg gewaschen, auch wenn der zu erwartende Wetterumschwung sicher noch zu erwarten war. Wir hatten einige gute Bisse und konnten ein paar Kleinere an die Oberfläche befördern. Ich konnte sogar eine Doublette landen und Philipp sicherte den zweiten verwertbaren Fisch.
Als die frisch ausgeworfene Renkenpose kaum aufgetroffen kippte, begann für Uli ein spannender Drill. Etwa 25 Minuten kämpfte der Fisch und schaffte es etliche Male kurz vor der Oberfläche wieder bis zum Grund durch zu starten um danach einen Tanz ums Boot zu veranstalten und bei jeder Umrundung der Ankerleine gefährlich nahe zu kommen. Als der geschuppte Kollege dann endlich ermüdet über die Reling gehievt werden konnte gab´s dann eine Überraschung: Leider uliundperlfisch_hatten wir keine dicke Renke erwischt aber dafür einen schönen Perlfisch. Eine Art, die in Deutschland bereits ausgestorben ist aber im glasklaren Wasser des Attersees auch vom Ufer im Hafen beobachtet werden kann.
Nach kurzer Bewunderung setzten wir den Perlfisch zurück und konzentrierten uns wieder auf unsere Renken. Uns gelang es mit der Hegene an der Pose noch drei weitere, größere Exemplare zu überlisten. Wenn auch mühsam, hatten wir genug Fische um den Tischräucherofen zu füllen. Der krönende Abschluss des Tages konnte beginnen und die beiden Kollegen hatten nicht zu viel versprochen. Was die Qualität und den Geschmack der Renken betrifft, ist dieser wirklich Oberklasse und ich kann die Touristen, die für den traditionellen Jausen-Fisch gesalzene Preise hinlegen verstehen.

Hart verdiente Räucherparty

jause_Gut genährt und nach kurzer Schlafphase wollten wir es dann am Sonntag Vormittag nochmal angehen. In leichtem Nieselregen bestiegen wir unser Ruderboot und fuhren einen unserer besten Plätze an. Wir trotzten Wind und Regen und bis auf die Knochen durchnässt, dachte ich mir, dass die Reinanken auch keine Lust auf dieses S..wetter haben. Kurz bevor ich den Regen schon als völlig ungeeignet zur Renkenjagd abtun wollte, sahen wir den Angler im Nachbarboot beim Drill und nach längerem Kampf mit Ankerkettenflucht. Wir sahen ihn dann Keschern und unter Jubel einen stattlichen Fisch landen. Bestimmt gute 50 Zentimeter hatte die Renke und wenn auch nicht an meiner Angel, so freute ich mich doch sehr über diesen Fang als kleine Entschädigung für die eiskalte Nässe.
Und ich ertappte mich bei Gedanken an das nächste Mal: Unbedingt den Schwimmanzug einpacken, Renkenpose besorgen, mal was über die Gewohnheiten des Zielfisches nachlesen,... - Dann sollte es doch mit dem Teufel zugehen, wenn ich nicht auch mal ´ne 70er an der Leine haben sollte oder zumindest eine der heißen Phasen erlebe wenn riesige Schwärme während eines Larvenschlupfs gierig auf meine Hegene los stürmen.