Ein Doppelbarsch mit Fragezeichen

Es gibt Sachen, die gibt es gar nicht. Und wenn ich nicht selber dabei gewesen wäre, würde ich mich wirklich schwer tun diese Story zu glauben. Als ich vor einigen Wochen mit Uli zum Barschangeln ausrückte und wir vermeintlich ein Schwarm schöner 40er gefunden haben stellte sich nach Betrachtung der Fangfotos ziemlich schnell raus, dass wir uns ganz schön getäuscht haben. Wie man unschwer erkennen kann handelt es sich bei 2 Fängen um den gleichen Fisch.

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Das kuriose an der Geschichte ist, dass zwischen dem Fang des "ersten" und dem Fang des "zweiten" Barsches gerade mal 21 Minuten auseinander liegen. Gleiche Stelle, gleicher Köder, gleicher Angler. Nur der zweite Biss soll etwas zaghafter gewesen sein, jedoch auch relativ deutlich als solcher erkennbar, habe ich mir vom Uli sagen lassen.

Was ich dabei nicht ganz versehen kann ist die Argumentation, dass die Fische Schmerzen verspüren und gerade beim Drill einem erheblichen Stress ausgesetzt werden sowie mit Todesangst kämpfen. Auf dieser Argumentation basiert doch in Deutschland laut Tierschutzgesetz die Pflicht alle Fische, die das Schonmaß überschritten haben, ausnahmslos zu töten und zu entnehmen.

02_Doppelbarsch

Wie kann es sein, dass ein Fisch nach einigen Minuten die ganze Stresssituation und Todesangst wieder vergessen hat? Vor allem reden wir hier von einem stattlichen Exemplar für diese Spezies. Ist etwa der Jagdtrieb und Hunger stärker als der vermeintliche Schmerz? Bei kleinen Fischen könnte ich es mir vielleicht vorstellen aber bei einem 40er Barsch? Nach hinreichender Überlegung ist mir bis heute keine plausible Erklärung für den Vorfall eingefallen. Sollte man nicht die Ansicht des Gesetzgebers an der Stelle mal kritisch hinterfragen?