Wolfsbarschjagd in der Normandie

Ein ganzes Jahr ohne Meeresangeln, nein das war einfach nicht machbar. Nachdem wir aufgrund von Zeitknappheit keine größere Reise durchführen konnten war im September endlich ein Zeitfenster gefunden, welches uns einen Kurztrip erlaubte. Für 5 Tage sollte es an die Küste von Barfleur / St. Vaast La Hougue auf Wolfsbarschjagd gehen.

Am 13.9 ging es auf die 1200 Kilometer lange Strecke, voll bepackt mit allen Kunstködern die uns irgendwie Wolfsbarschtauglich erschienen. Die Fahrt verlief ohne Probleme und so kamen wir bei Sonnenaufgang in Barfleur an. Da die Wölfe am Morgen besonders aktiv sind ließen wir keine Zeit verstreichen und versuchten unser Glück an einem der uns bekannten Hotspots, Gatteville. Dort angekommen sahen wir etliche Angler die auch immer wieder etwas aus dem Wasser zogen: Makrelen.

Also in Rekordzeit die Spinnrute aufgebaut, Blinker montiert und schon hing der erste Mini-Thun. Bei jedem Wurf hagelte es Bisse und nach einigen Minuten, nachdem die erste Lust gestillt war, wurde umgesattelt auf Gummifisch. Vor der Fahrt hatten wir uns im Internet mit Informationen versorgt, denn Spinnfischen war ich hier noch nie, lediglich 'gewurmt' hatte ich einmal vor einigen Jahren. Unser Ziele waren dementsprechend niedrig gesteckt, jeder einen Wolf von 50cm, das war unser Ziel. Beim zweiten Wurf mit Gummi gab es dann jedoch einen ordentlichen Einschlag und heftige Gegenwehr, das wird doch nicht.....? Doch, nach circa 20 minütiger Angelei lag er vor uns: der erste Normannische Wolfsbarsch, mit 60cm dann auch gleich ein richtig schönes Exemplar. Die nächste Stunde fanden dann nur noch ein paar kleine Pollacks an unseren Gummifisch gefallen, so dass wir uns entschlossen etwas Schlaf nachzuholen und den nächsten Versuch am Abend in St. Vaast La Hougue starten.

In St. Vaast holten wir uns die neuesten Informationen im Angelladen: Beißverhalten gut, aber Bootstouren für die nächsten 2 Wochen ausgebucht..... Nun gut, dann muss eben weiter am Ufer Strecke gemacht werden. Wir entschieden uns für die Küste bei der Burg La Houge, das Wasser lief noch ab und war an den meisten Stellen nur 1 Meter tief, das schrie nach Oberflächenködern. Wir fischten einige 100m entfernt, als ich nach einigen Minuten einen lauten Schrei hörte, der mehrmals wiederholt wurde so dass ihn auch jeder im Umkreis von 1 Kilometer hören konnte. Also so schnell es ging über die Felsen zurück und bei der Landung helfen. Als ich bei Sebi ankam war der Wolfsbarsch auch schon ausgedrillt. Mit 75cm für die Ufernagelei ein kapitales Exemplar, dazu noch auf Oberflächenköder. Die restliche Stunde gab es dann nur noch ein paar Fehlbisse.

Diesen Morgen wollten wir bei der Ile de Tatihou fischen, eine Insel die bei Ebbe zu Fuß erreichbar ist. Das frühe Aufstehen wurde uns mit einem wunderschönen Sonnenaufgang versüßt. Nach einer Wanderung von 30 Minuten kamen wir ziemlich entkräftet am ersten Spot an. Dort hagelte es dann auch Bisse von Wolfsbarschen, leider verfehlten die Jungs in Schiermanier die Oberflächenköder. Als ich auf Subsurface Baits umstellte klappte es dann endlich, leider verabschiedete sich der erste kurz vor meinen Füßen und der zweite, vom Gefühl her sehr ordentliche, verabschiedete sich mit dem halben StickShadd, danke Patrick..... Beim, durch die Flut erzwungenen, Platzwechsel entdeckten wir Seeschwalben die immer wieder ins Wasser stießen. Kurze Zeit später ließ sich der erste Inselwolf zum Fotoshooting überreden. Die Sonne stand nun schon sehr hoch und wir wollten noch einen Versuch an der Spitze der Insel starten, die vom restlichen Teil durch einen ca. 150 Meter breiten, (noch) sehr flachen Strömungskanal abgetrennt war. Trotz der exponierten Lage und ständig jagender Seeschwalben ließen sich nur ein paar Minipollacks fangen, so dass wir uns nach einer Stunde für die Rückwanderung entschieden. Aber Hoppla, der Rückweg war auf einmal ziemlich beschwerlich, das Wasser war so stark gestiegen dass wir es tatsächlich nicht mehr an das andere Ufer schafften, also zurück und auf die Ebbe warten. Zum Glück war dieser Tag mit 24 Grad sehr warm, so ließ es sich einigermaßen aushalten, auch wenn kein Fisch mehr biss und wir für diesen Tag die Touristentattraktion Nummer 1 auf Tatihou waren. Am Abend ging es dann an den Pointe de Saire. Nachdem es anfangs sehr zäh war hatten wir später das Glück eine Feeding Frenzy aufzuspüren. Bei jedem Wurf knallte ein Fisch auf den Köder: Makrelen, Hornhechte, Pollacks und Wolfsbarsche bis 63cm konnten wir überlisten. Eine absolut traumhafte Fischerei!

Der nächste Tag war Wolfsbarschtechnisch sehr mau, lediglich ein maßiger und ein paar untermaßige konnten gelandet werden, dazu der übliche Beifang: Makrelen, Hornhechte und Pollacks.

Am letzten Tag macht der Wind eine gezielte Köderführung und Bisserkennung unmöglich und so wurde der Beschluss zum 'wurmen' gefasst. Nachdem die Würmer ausgegraben waren ging es bei Gatteville an eine geschützte Stelle, wo sich sogleich eine muntere Beißerei einstellte. Neben dem ersten vernünftigen Pollack gab es neben einigen kleineren Lippfischen auch ein ordentliches Exemplar.

Am Abend machte das Wetter endgültig 'zu' und so ließen wir diesen rundum gelungenen Urlaub mit einem ordentlichen Hummeressen ausklingen. Die Normandie hat uns sicher nicht zum letzten Mal gesehen, der nächste Besuch erfolgt mit Boot, eventuell ist dann ja der 80+ Wolfsbarsch erreichbar.....