Von Perth nach Darwin – Angeln an Australiens Westküste (Teil 1 von 3)

Teil 1: Perth bis Quobba

Australien! Das war für mich seitdem ich als Kind einen Artikel über die dortigen Angelmöglichkeiten gelesen habe, das Wunschziel.

Rottnest Island
Rottnest Island

Nachdem die letzten Prüfungen überstanden waren, kam endlich der Zeitpunkt diesen Traum zu verwirklichen. Aufgrund der Größe des Kontinents musste aber noch festgelegt werden wo genau es hingehen soll. Nach einiger Planung und dem abwägen der Vor- und Nachteile entschieden wir uns schließlich für die Westküste. Aufgrund der Tatsache, dass wir in einem Camper unterwegs waren und Angeln (zumindest vermeintlich) nicht der Hauptgrund der Reise war, musste ich einige Kompromisse eingehen, was Gerät und Köderauswahl betrifft. Im Endeffekt war die Hälfte des Campers dann aber doch von Köderboxen und Angelruten belegt, ganz zur Freude meiner Freundin.

Cottesloe Groin
Cottesloe Groin

Unser Startpunkt war Perth und da wir unsere Reise im Mai starteten, machte ich mir Hoffnungen noch einige Australien Salmon abpassen zu können. Nachdem die Stadt erkundet war ging es bei bestem Spätsommerwetter an den Strand von Cottesloe. Die dortige Mole machte einen guten Eindruck und so montierte ich meine Allzweckwaffe, den Thor von Falkfish, und warf diesen gegen den Horizont. Bereits beim zweiten Wurf sah ich etwas hinter dem Blinker. Zwei Tailor interessierten sich für das Blech und einer packte direkt vor der Steinpackung zu. Der Drill dauerte leider nur 5 Sekunden, dann war der Fisch den Köder wieder los. Etwas ungläubig kurbelte ich ein, nach all den Informationen die ich hatte sollte das Fischen in Perth und Umgebung ohne Boot alles andere als leicht sein und jetzt ballert mir schon nach zwei Würfen ein guter Fisch auf den Köder, ist  ja doch einfach hier…. Nachdem ich weitere zwei Stunden erfolglos versuchte einen weiteren Tailor zum Biss zu überreden, knallte mir unvermittelt etwas direkt vor der Steinpackung auf den Köder, diesmal war es ein Salmon. Leider war es wieder nur ein kurzes Vergnügen, wie bei Fisch 1 schlitzte auch hier der Haken aus. Jetzt war ich schon etwas verärgertert, vor dem Urlaub wurden extra alle Drillinge getauscht und jetzt sowas….

Penguin Island Herring
Penguin Island Herring

Hätte ich gewusst, dass es die nächsten Tage genauso weiterlaufen würde, hätte ich die Angel wohl im Futteral gelassen. Es gab nur wenige Bisse und wenn, dann waren die Verursacher bereits nach wenigen Sekunden den Köder wieder los. So ging es mir nicht nur in Perth, sondern auch auf Penguin Island. Einige gute Fische konnten sich dort für das Blech begeistern, doch spätestens kurz vor der Landung machten sich Tailor und Co. aus dem Staub. So konnte ich nach den ersten 10 Tagen lediglich einige Australien Herring vorweisen, die sich trotz ihrer geringen Größe auf alle angebotenen Kunstköder stürzten. In Jurien Bay dasselbe Spiel, schön langsam begann ich an all den Geschichten vom gelobten Traumland der Angler zu zweifeln, vor allem da bei keinem der unzähligen Angler  nennenswerte Fänge auszumachen waren.

Flat Rocks
Flat Rocks

In Geraldton sollte dann aber alles besser werden, glaubte man den Berichten im Internet. Tatsächlich gab es hier sehr ansprechende Stellen, doch bis auf die Herring, ließ sich die australische Fischwelt wieder bitten. Kurz vor unserer Weiterfahrt versuchte ich mein Glück nochmals bei einem Platz, den die Einheimischen Flat Rocks nennen. Ein Riff, welches bei Ebbe bewatbar ist und in dessen Anschluss regelmäßig große Tailor gefangen werden. Tatsächlich hatte hier endlich ein halbstarker Tailor  erbarmen. Ein deutlich größeres Exemplar verfehlte den Köder leider, doch das Eis war damit gebrochen und die Freundin besänftigt, wurde von mir doch vor dem Urlaub groß angekündigt, dass es regelmäßig selbstgefangenen Fisch geben würde. Das Wetter in Kalbarri erlaubte leider kein vernünftiges Fischen, geschweige denn eine Ausfahrt, so dass die dortigen Tailor, die hier regelmäßig in Größen über 8 Kilogramm gefangen werden, leider unbeangelt blieben.

Tailor
Tailor

Der nächste Stopp war Shark Bay. Neben den namensgebenden Haien die hier in großer Stückzahl vorkommen,  ist diese mit den größten Seegraswiesen bewachsene Bucht vor allem für Pink Snapper berühmt. Die Bestände sind dank der umfassenden Schutzmaßnahmen hervorragend, so konnten bei einer 6 Stündigen Ausfahrt 30 Exemplare bis 60cm auf Gummifisch gefangen werden. Die Uferangelei war ebenfalls sehr gut, neben Groupern, Flathead und kleinen Trevally konnte ich einen riesigen Schwarm Tailor von einer Klippe aus lokaliseren.  Nach einem etwas gefährlichen Abstieg, hagelte es dann Bisse und Fische bis 60cm konnten gelandet werden.

Pink Snapper
Pink Snapper

Nach Shark Bay folgte eines der Highlights der Küste, was die Uferfischerei betrifft: Quobba. Für viele Uferangler der beste Platz in ganz Australien, vor allem im Bezug auf Spanische Makrelen die hier täglich in kapitalen Größen erbeutet werden.

Quobba
Quobba

Die Küste sieht überwältigend aus und der Fischreichtum hier ist gigantisch. Nur wenige hundert Meter von der Küste jagten Longtail Tunas, direkt an den Klippen, die oftmals auf 10 Meter abfallen, tummelten sich Trevallies und Snapper. Das große Problem an Quobba ist es nicht einen Fisch zu haken, sondern diesen zu landen ohne selbst zu Fischfutter zu werden.

Mini Trevally
Mini Trevally

Ich war also gewarnt, jedoch schaffte ich es schon nach wenigen Würfen mich ernsthaft zu verletzen, nachdem ein Korallenfelsen unter meinem Gewicht brach. Dank der ersten Hilfe meiner Freundin und guten Schmerzmitteln musste ich jedoch nur eine kurze Angelpause einlegen. Die folgenden zwei Tage konnte ich eine bunte Palette von subtropischen und tropischen Fischen fangen, darunter auch einige MTs bis 8 Kilogramm.

Fortsetzung folgt...