Vesteralen 2014 – Mission Havsei

Nachdem unsere Reise auf die Vesteralen vor vier Jahren das große Potential dieses Gebietes offenbarte, wollten wir es hier ein weiteres Mal versuchen. Diesmal in einer Anlage, welche näher an den Hotspots liegt.

So starteten wir diesen August zu fünft mit großer Zuversicht nach Vinjesjoen. Der bis dahin ungewöhnlich warme Sommer in Norwegen erlaubte in den Wochen vor unserer Anreise grandioses Fischen, wie uns Tommy, der Besitzer der Anlage, versicherte. Nach einen kurzem Zwischensprint am Flughafen in Oslo, da manche Personen der Ansicht waren das nur dort ein Geldwechseln möglich sei, kamen wir voller Tatendrang in Evenes an. Schon beim Aussteigen verfinsterten sich jedoch die Mienen, denn das Wetter zeigte sich von seiner schlechtesten Seite: Wind und Regen in unfischbarer Stärke.

Regen & Wind
Regen & Nord-Ost-Wind, schlimmer geht nicht!

Tommy konnte uns jedoch in dieser Hinsicht beruhigen, der Wetterbericht versprach Besserung. Doch dafür warte er mit der Hiobsbotschaft auf, dass sich die Fische aufgrund der hohen Wassertemperatur in den letzten Tagen in extrem tiefe Bereiche zurückgezogen hätten. Davon konnten wir uns dann auch gleich bei unserer Ausfahrt, welche wegen des immer noch starken Nordost Windes nur im geschützten Fjord möglich war, überzeugen. Extrem zähes Angeln im Südnorwegenformat war angesagt: hier mal ein 60r Dorsch, da mal der obligatorische Lumb. Immerhin erwischte unser Norwegenrookie bei der Abschlussdrift noch einen Dorsch in der Meterklasse. Trotzdem war das Gesamtergebnis sehr ernüchternd, aber die Wettervorhersage machte uns Mut.

Michi mit dem ersten Meterdorsch
Michi mit einem Meterdorsch aus dem Fjord

Leider stellte sich im Laufe der folgenden Tage heraus, dass diese so zuverlässig war wie bei unserem letzten Besuch. Es war keine Besserung festellbar und so mussten wir unser Glück zu 95% der Zeit im nahezu fischleeren Fjord auf die Probe stellen. Wenn man Fische fangen wollte musste man unterhalb der 100 Meter Linie suchen. Hier waren zumindest die Rotbarsche in guten Größen beißwillig. Große Freude kam auch immer dann auf, wenn wieder einer der Lumbs bei 150 Meter einstieg. So waren auch Flo und Michi, anfangs noch erklärte Lumbfreunde, nach diesem Urlaub zu erklärten Gegnern dieser Fischart geworden.

Rotbarsche waren im Fjord gut vertreten!
Nur Rotbarsche waren im Fjord gut vertreten!

Was die Dorsche betrifft, waren wir inzwischen auf Ostseeniveau angelangt was die Fischerei betrifft, abgesehen von zwei Meterdorschen die sich auf die Rotbarschmontage stürzten. Die Heilbuttangelei erbrachte bis auf einen Fisch, der leider im Drill ausstieg und einem Monster welches sich einen der wenigen bessern Dorsche im Drill schnappte, auch keine Erfolge. Ach ja, die Seelachse waren natürlich auch nicht im Fjord. Einziges Highlight waren die Meerforellen (Bericht) und die Millionen Makrelen.

Daniel mit Bilderbuch-Meerforelle
Daniel mit Bilderbuch-Meerforelle

Die Frustration war auf dem Höchstsand, als uns der Wettergott am letzten Tag immerhin noch einen Tag schenkte an dem kein Nordostwind blies. An diesem zeigte sich dann, was möglich ist wenn man die Offshoreplätze erreicht. Neben etlichen Dorschen bis 120cm gelang es Michi einen kleinen Heilbutt zu erbeuten.

Meterdorsch
Meterdorsch, bei gutem Wetter kein Problem!
Offshore
Offshoreplätze funktionierten wie erwartet sehr gut

Zudem gelang es Flo und Felix auch unseren eigentlichen Zielfisch zu überlisten. Auf einem Plateau mit Unmengen von Kleinköhlern trieben sich auch einige Seelachse in der Meterklasse herum. Es waren keine Massen, doch immerhin drei Exemplare konnten gefangen werden. Erheblich weniger als wir uns vor dem Urlaub vorgestellt hatten, aber wenigstens Zwei von Fünf konnten die Mission Havsei erfolgreich abschließen.

Flo mit schönem Seelachs
Flo mit schönem Seelachs
Felix mit seinem Zielfisch!
Felix mit seinem Zielfisch!

In der Retroperspektive ein unglaublich bitterer Urlaub. Ein Fjord der aufgrund der Wassertemperaturen praktisch fischleer war, gepaart mit einer Windrichtung die ein Fischen auf den Offshoreplätzen unmöglich machte. Der eine volle Tag auf den guten Plätzen zeigte dann wieder einmal mehr, warum dieses Revier trotz unseres schwachen Fangergebnisses, zu den besten in Norwegen gehört.