Musandam: Jagd auf Caranx Ignobilis in den Fjorden des Omans

Bereits auf dem Rückflug unseres ersten Poppingtrips beschlossen wir, dass wir definitiv wieder zurückkommen - in die fischreichen Fjorde der Halbinsel Musandam.

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Früher als erwartet war es bereits zwei Jahre später – und um einige Erfahrungen reicher- soweit. Nachdem wir unsere Einkäufe bei Tackleking.de getätigt hatten und völlig überladen am Flughafen ankamen, ging es dank der netten Damen des Bodenpersonals von München aus wie gewohnt problemlos mit Emirates nach Dubai. Nachdem wir dort angekommen von den dortigen  Zollbeamten gefragt wurden ob wir geschäftlich hier sein, aufgrund der immensen Menge an Ködern glaubten Sie nicht an eine Urlaubsreise, konnten wir erst längerer Erklärung in unseren Mietwagen steigen und waren schließlich einige Stunden später an der Küste des Arabischen Golfes, genauer an der Küstenlinie Khasabs. Khasab ist die größte Stadt auf der Halbinsel Musandam, ein Gouvernement des Omans welches abgetrennt vom restlichen Staatsgebiet an der südlich, arabischen Seite der Straße von Hormoz, circa 3 Stunden von Dubai entfernt, liegt. Die Besonderheit Musandams sind die Felswände des Hadjar-Gebirges, welche hier steil ins Meer fallen und die daraus entstandenen Fjorde und Engstellen, welche hervorragende Angelmöglichkeiten bieten.

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Bei unserer Ankunft, gestaltete sich durch den ungewöhnlich starken Wind und der daraus resultierenden Dünung der Fang des Einstiegsfisches als eine schwierige Angelegenheit.  Nach einigen Versuchen fanden wir aber den richtigen Köder und konnten schöne Emperor überlisten.

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Wir versuchten unser Glück noch an anderen Stellen und fingen neben den allgegenwärtigen Spotted Emperors verschiedene Arten von Groupern.

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Das Angeln vom Ufer aus wurde (leider) auch in den nächsten Tag zu unserer Hauptbeschäftigung. Aufgrund des starken Windes, war an eine Ausfahrt nicht zu denken. Selbst in den geschützten Fjorden machte die starke Drift ein vernünftiges Angeln unmöglich.

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Doch der Wind hatte auch einen positiven Effekt: er brachte große Mengen von Sardinen an die Küste, in deren Gefolgschaft sich Schwärme von Queenfish, Bigeye und anderen Trevallyarten befanden. Diese zu haken war eine Sache, sie zu landen eine andere. Aufgrund der starken Dünung und der großen mit Muscheln bewachsenen Steinen, war dies ein äußerst diffiziles Unterfangen. Dennoch gelang es uns einige bessere Fische zu einem kurzen Landgang zu bewegen.

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Trotz unserer Erfolge, überprüften wir ständig die Windprognose, immer in der Hoffnung auf Besserung. Am vierten Tag war es dann endlich soweit: der Wind flaute ab und wir konnten wieder die Plätze anfahren, an welchen die GTs patrouillieren. Diese Plätze sind in Musandam ausschließlich Strömungsplätze, an normalen Riffen sind hier keine GTs zu fangen. Dies bedeutet zum Einen, dass man nur Strömungsstabile Köder verwenden kann, zum Anderen dass die Beißzeiten sehr ausgeprägt sind. Herrscht keine Strömung, so ist keinerlei Aktivität zu verzeichnen und die Angelei mit Oberflächenködern sinnlos. Aufgrund der vorherrschenden Mondphase und des Windes, welcher jetzt gänzlich ausblieb, waren die Voraussetzungen nicht optimal.

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Erschwerend kam hinzu, dass  inzwischen einige Charterfirmen aktiv sind und der Befischungsdruck, auf den wenigen Plätzen die GTs versprechen, dementsprechend hoch ist. An einem Tag mussten wir uns das Revier mit 7 weiteren Booten teilen. Natürlich war bei diesem Trubel kein GT mehr in Beißlaune, was uns dazu veranlasste eine Etage tiefer zu fischen.

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Das Jiggen gestaltete sich jedoch, wie bei unserem vorherigen Trip, als sehr schwierig. Mit der leichten Jiggingausrüstung und kleinen Jigs war die Bissfrequenz in Ordnung. So gelang uns der Fang von verschiedenen Trevallys und Emperoren, dazu gesellten sich noch einige Barrakudas.

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Die von uns anvisierten Kingfish, beziehungsweise Cobias und GTs, zeigten jedoch keinerlei Interesse. Auf die schwere Ausrüstung konnten wir lediglich den Fang eines großen Barrakudas verbuchen. Im Hinblick auf die verbrachte Zeit und die vielen angefahrenen Stellen, ein sehr mageres Ergebnis.

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Laut Aussagen einiger lokaler Angler ist das Jiggen nur in der kalten Jahreszeit erfolgsversprechend, so mussten wir die Beißpausen der großen Räuber beim Light Tackle fischen überbrücken. Glücklicherweise ist Musandam hierfür eine hervorragende Destination. Die Palette der fangbaren Arten reicht von verschiedenen Trevallyarten, über Thunfische bis hin zu kapitalen Garfish und Barrakudas.

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Durch die großen Mengen an Sardinen sind die genannten Räuber auch ständig in deren Schlepptau. So heißt es die Seeschwalben beobachten und hoffen, dass diese die Sardinen aufspüren. Ist dies der Fall, muss man schnell sein, denn meist sind die Feeding Frenzies nur von kurzer Dauer.

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Hat man den richtigen Zeitpunkt erwischt, muss man zudem die exakte Größe der Beute nachbilden, ansonsten wird der Köder nicht beachtet. Uns gelang es einige Feeding Frenzies anzuwerfen und dabei eine große Anzahl verschiedener Arten zu erbeuten. Lediglich am letzten Tag wurden uns beim Lighttacklefischen die Grenzen aufgezeigt. Unter den Longtail Tunas befanden sich einige Yellowfin Tuna, welche mit unserer PE3 Ausrüstung nicht zu halten waren.

Doch zurück zum eigentlichen Zielfisch unseres Urlaubs: da, wie erwähnt, inzwischen mehrere Charterfirmen auf den bekannten Plätzen operieren, versuchten wir diesen auszuweichen indem wir unsere Ausfahrten aufteilten, um so früh morgens die Ersten und abends die Letzten zu sein, die diese Plätze befischen. Unsere Strategie erwies sich als effektiv, während wir von den anderen Booten nur von sehr mäßigen Fängen kleinerer GTs hörten, gelang es uns mehrere und größere Exemplare zu verhaften.

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Wie schon beim letzten Mal fingen wir alle großen Exemplare an einem Felsen, in dessen Anschluss sich mehrere Unterwasserberge befinden. Die starke Strömung an diesem Platz macht jeden Drill zu einer Belastungsprobe für den Angler und das Gerät. Nur die stärksten Komponenten sind hier zu verwenden, ansonsten bekommt man selbst von halbstarken GTs sehr schnell die Grenzen aufgezeigt.

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Als effektivster Köder erwiesen sich, wie bereits beim letzten Mal, große Popper. Obwohl wir verschiedenste Stickbaits ausprobierten und in den Beißphasen immer wieder darauf zurückgriffen, konnten wir nur einen GT damit überlisten. So standen am Ende 19 GTs in unserer Fangliste, wovon 9 Exemplare über 105 Zentimeter lagen.

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Musandam hat uns auch bei unseren zweiten Besuch, trotz der Ausfalltage zu Beginn, nicht enttäuscht. Der Befischungsdruck ist zwar, bedingt durch die Nähe zu Dubai, sehr hoch, aber mit Ausdauer und dem richtigen Timing sind hier immer noch, Inschallah, große Fische zu erbeuten.

Hier noch ein paar bewegte Bilder. Viel Spaß beim Anschauen!

Das von uns verwendete Gerät:
Popping HOTS GIPANG 79XHXzoga Taka PI Shimano Stella 10000 SWShimano Stella 8000 FA Power Pro 116 LBS Heru CuberaRiver2Sea Dumbbell Popper Jackson Freestyler Gunz Tailwalk
Jigging JIgging Master Three Kings 53 HXzoga Taka CS Shimano Stella 10000 SWShimano Stella 8000 FA Xzoga Muitcolor 85 LBS FCL Labo SLMAXEL Jig Williamson Vortex
Uferangeln ABU Rocksweeper 300 HABU Fantasista 250H Shimano Stella 4000 FDDaiwa Tournament 35lbs Duo Press BaitShimano Waxwing Saltshaker 8,5 Motoroil Yo Zuri Squidjig
Daniel Klemm & Sebastian Wittmann