Fishing the Musandam – Popping und Jigging in der Straße von Hormuz

Eine Küstenlandschaft und ein Fischreichtum ähnlich dem Norwegens, dazu täglich Sonne bei durchschnittlichen 30 Grad: durch diese Daten angestachelt war unser erstes Ziel zum GT Popping schnell gefunden, die Halbinsel Musandam an der Straße von Hormuz. Nach ausführlicher Planung, inklusive Seekartenstudium und einem Großeinkauf bei Häffners Angelsport, ging es dann Ende März in Richtung Arabische Halbinsel. Nach einem entspannten Flug mit dem A 380 von München aus folgte eine Odyssee durch das nächtliche Dubai (ohne GPS nicht zu empfehlen). Nach einem Besuch des Shops von Ocean Active, wo wir mit weiteren Ködern und Neuigkeiten bezüglich der aktuellen Fischerei versorgt wurden starteten wir unsere dreistündige Fahrt nach Khasab.

Khasab ist die größte Stadt auf der Halbinsel Musandam, die vom restlichen Staatsgebiet des Sultanats durch einen 70 km langen Streifen der Vereinigten Arabischen Emirate vom restlichen Staatsgebiet des Omans getrennt ist. Direkt an der Straße von Hormuz gelegen, fallen hier die Felswände des Hadjar-Gebirges steil ins Meer und bieten aufgrund der dadurch entstandenen Fjorde und Engstellen hervorragende Angelmöglichkeiten. Nach der Ankunft nutzten wir den restlichen Tag zum Erkunden der Stadt und zum Uferfischen. Letzteres gestaltete sich jedoch als relativ schwierig. Dadurch dass die Tiefeinlinie ca. 100 Meter vom Ufer entfernt läuft sind die großen Fische von dort aus nicht erreichbar. So konnten wir zwar einige Thunfische bei der Jagd beobachten, mussten uns aber mit deutlich kleineren Fischen direkt in der Brandung begnügen. Die Hauptbeute waren Speckled Emperor, Coral Trout und Garfish. Sehr zu empfehlen ist die Angelei auf Tintenfische, die in großer Zahl an den Felsen auf Beute lauern. Am nächsten Morgen gegen 6 Uhr ging es dann das erste Mal in Richtung offenes Meer. Die Bootsausfahrt gestaltete sich zunächst etwas ruppig, da die Tage zuvor ein Sandsturm über die Halbinsel wehte. Dies hatte neben der Dünung zufolge dass die ganze Woche ein Schleier von feinen Sandkörnchen die Sonne etwas dimmte. Nach Halbstündiger Fahrt erreichten wir den ersten aussichtsreichen Angelplatz. Ein Felsen, an welchen sich mehrere Unterwasserberge anschließen. Durch die dadurch entstehenden Strömungen befinden sich dort immer große Mengen an Futterfisch und in deren Schlepptau die großen Räuber. Unser Hauptaugenmerk lag auf dem Fang von Giant Treavallys, daneben sind in den dortigen Gewässern je nach Jahreszeit Thunfische, Segelfische, Spanish Mackerls und Cobias zu erbeuten. Ganzjährig anzutreffen sind Barrakudas, Grouper, Snapper und verschiedene kleinere Trevallyarten. Nach dem ersten Stopp wurden dann sogleich die Popperruten geschwungen um den ersten GT ans Band zu bekommen. Dies gestaltete sich als äußerst schwierig, neben der Dünung war die extrem starke Strömung ein Problem für die meisten Köder. Nach den ersten 100 Würfen kamen uns die ersten Zweifel ob unser Fitnessprogramm in Deutschland ausreichend war. Doch immerhin Sebi blieb tapfer und warf den Popper immer wieder in die Fluten. Da an diesem Platz, anders als zum Beispiel am Riff, keine Strukturen erkennbar sind schlichen sich nach 2 Stunden erfolgloser Fischerei die ersten Zweifel ein ob hier den wirklich etwas auf Oberflächenköder zu fangen ist. Doch unser Guide versicherte immer wieder in schönsten Englisch ''Big fish is here my friend!'' Eben so, einer war dann nach einer weiteren Stunde auch endlich am Dumblell Pop interessiert und Sebi durfte den ersten GT seines Lebens drillen. Der Fisch verlangte dem Angler und Gerät alles ab, erst nach 15 Minuten war er dann endlich zur Landung bereit. Mit 116cm für den ersten GT ein wirklich stattliches Exemplar, dem eine Stunde später ein noch größerer folgen sollte, mit 122cm ein richtig starker Fisch der die 30 Kilo Marke wohl geknackt hat. Im Laufe des restlichen Tages gab es noch einige Attacken, wovon jedoch leider keine verwertet werden konnte. In den kommenden Tagen wurden wir jeden Morgen von einem spiegelglatten Ozean begrüßt, der hervorragendes Fischen erlaubte und uns jeden Tag mit unglaublichen Jagdszenen in Atem hielt. Die Yellowfin Tunas, Longtail Tunas und Horseye Jacks veranstaltenden Feeding Frenzies am laufenden Band. Die Thunfische fraßen jedoch so selektiv dass es uns nicht gelang sie für unsere Köder zu begeistern. Zumindest bis wir auf einen kleinen Schwarm größerer Yellowfins trafen. Dort verleibte sich einer der Thunfische Sebi's Halco Roosta Popper ein. Der darauf folgende Drill brachte das Gerät dann leider an seine Leistungsgrenze. Nachdem der Fisch eigentlich schon unter Kontrolle war riss nach 5 Minuten das 100 Lbs tragende Titan Leader. Zurück blieb ein völlig frustrierter Angler, der den ganzen Urlaub noch dieser einmaligen Chance nachtrauerte. Das Angeln mit Oberflächenködern gestaltete sich am Morgen weiterhin sehr positiv, in den Mittagsstunden jedoch waren die Fische dafür nicht zu begeistern. Da auch beim Jiggen mit großen Jigs keine Bisse zu verzeichnen waren versuchten wir unser Glück mit leichten Gerät und Jigs bis maximal 100 Gramm an den Unterwasserbergen. Dies gestaltete sich sehr kurzweilig: neben vielen Snappern und Groupern konnten wir auch einige Trevally Arten in respektablen Größen erbeuten. Die ganze Woche versuchten wir unser Glück an verschiedenen Plätzen, letztendlich fingen wir aber all unsere Fische an unserem Hausfelsen. Die Menge an Futterfisch die sich zu dieser Zeit in diesem Bereich aufhielt war schier unglaublich. Neben den erwähnten Jagdszenen gesellten sich an einem Morgen Haie welche an der Oberfläche Jagd auf Thunfische machten. Zudem konnten wir eine Gruppe von circa 30 GTs bei der Jagd auf Sardinen zusehen, mit anschließendem Doppeldrill. Dann wären da noch die Königsmakrelen die an unseren Oberflächenködern vorbeischossen, Barracudas die usnere Köder bis an Boot verfolgten, Rochen die direkt an der Küste nach Nahrung suchten......... das alles in einem Urlaub zu erleben und dazu 18 Giant Trevallys mit 110cm Durchschnittsgröße zu fangen, davon hätten wir davor nicht zu träumen gewagt. Das zudem die Einheimischen unglaublich hilfsbereit und freundlich waren hat diesen Urlaub zu einem perfekten Gesamterlebnis gemacht, welches sicherlich wiederholt wird. Denn mit den Thunfischen und King Mackerels haben wir noch eine Rechnung offen.....

Hier eine kleine Übersicht von unserem Gerät & Köder: Popping Major Craft Off Blow Tuna 8'6 Xzoga Taka PI Shimano Stella 10000 SW Shimano Stella 8000 FA Daiwa Tournament 85 LBS Halco Roosta Popper River2Sea Dumblell Popper Sebile Splasher Gunz Tailwalk Jigging Xzoga Taka PA PE 8 Shimano Stella 10000 SW Shimano Stella 8000 FA Xzoga Muitcolor 100 LBS FCL Labo SL Illex Nitro Jig Williamson Vortex Uferangeln Abu Rocksweeper 300 H Shimano Speedmaster 300 XH Shimano Stella 4000 FD Daiwa Tournament 35lbs Duo Press Bait Duo Press Bait Fusion Shimano Waxwing Saltshaker 8,5 Motoroil Yo Zuri Squidjig Zu guter letzt haben wir uns es nicht nehmen lassen, ein kurzes Video zu drehen.

Viel Spaß beim Anschauen!