Darwin (Teil 3 von 3)

Teil 3: Auf dem Weg nach Broome - Barnhill Station

Nach Exmouth führte die Reise uns nach Point Samson - der dortige Causeway sollte einer der Uferangelplätze schlechthin sein. Anhand der Masse an Anglern konnte man dies annehmen, doch während des Aufenthalts war fischtechnisch davon nichts zu merken. Lediglich der Kindergarten war anwesend und auch andere Plätze waren nicht wirklich fischreich und zudem, aufgrund der extremen Gezeitenunterschiede um 8 Meter, äußerst schwierig befischbar. Die extremen Gezeitenunterschiede begleiteten einen bis Darwin und die Fänge ließen dementsprechend nach. In Broome, dem Hideaway für alle Wintergeplagten aus Perth,  gab es jedoch einen Spot der, unabhängig von den Gezeiten, erfolgreiches Fischen verspricht.

Broome Jetty
Broome Jetty

Der Jetty ist dementsprechend frequentiert, zu 95% von Naturköderanglern, die einen ungläubig anstarren wenn man es dort mit Kunstködern versucht. Ich war selbst aufgrund der Höhe, man ist circa 7 Meter von der Wasseroberfläche entfernt, etwas verunsichert, doch dies erwies sich als unbegründet. Bereits beim zweiten Wurf konnte sich ein Pulk von Queenfish für meinen Freestyler interessieren und einige Würfe später entschied sich ein großes Exemplar dann für eine genauere Inspektion. Es folgte ein harter Drill und dank der Hilfe einiger Locals eine geglückte Landung- ein Queenfish von 97cm war der Beweis, dass Kunstköder hier hervorragend funktionieren. Die nächsten Tage konnte ich noch einige Queenfish fangen, jedoch war keiner mehr annähernd so groß.

Queenfish
Queenfish

Doch Broome bietet noch viel mehr, wenn man denn ein Boot hat. Da Juli der Beginn der Sailfishsaison ist buchte ich eine Ausfahrt auf die Schwerträger mit der Billistic. Wieder hatte ich unverschämtes Glück, die Ausfahrt war eines der Highlights des Urlaubs. Nachdem die ersten vier Stunden fast nichts passierte und sich lediglich ein Sail zeigte, den ich kurz vor der Landung verlor, änderte sich mit dem Gezeitenwechsel alles. Plötzlich tauchte ein riesiger Schwarm Sardinen an der Oberfläche auf. Bei der ersten Fahrt über den Schwarm zeigten sich sofort 4 Sailfish an den Teasern und es folgte ein Vierfachdrill, anschließend ein Dreifachdrill und dann noch mehrere Doppeldrills. Die Sailfish waren überall und äußerst beißfreudig, selbst der erfahrene Kapitän war begeistert und erstaunt ob der Masse. Wir fingen insgesamt 14 Sails und einige Spanish Mackerels.

Sailfish
Sailfish

Die folgende Fahrt durch das Outback war fischereilich gesehen nicht erwähnenswert. Die Flüsse glichen aufgrund der Trockenzeit kleinen Rinnsalen und die Stauseen um Kununurra waren ohne Boot nicht effektiv befischbar. So konnte ich bei den wenigen Versuchen nur einige Catfish und Schützenfische fangen, Barramundis wollten sich leider nicht zeigen. Dies sollte sich dann am Zielort unserer Reise ändern. In Darwin ist eine große Industrie rund um den Angeltourismus entstanden und es gibt eine Vielzahl von Guidingunternehmen  mit dem Zielfisch Barramundi. Nachdem sich die Uferangelei als sehr schwierig gestaltete und nur Babybarras zum Biss zu überreden waren, entschied ich mich für eine Ausfahrt. Leider war der Wind so stark, dass wir nur an einem Billabong angeln konnten. Hier ist die Durchschnittsgröße der Fische meist nicht sonderlich hoch zudem war der kälteste Tag des Jahres angekündigt. Trotz der schlechten Vorzeichen gelang es unserem Guide einige Fische zu lokalisieren und es konnten Barramundi bis 65cm gefangen werden.

Saratogas
Saratogas

Zudem gelang  der Fang eines stattlichen Saratogas, einen Fisch den ich bislang nur aus Aquariengeschäften kannte. Ein würdiger Anschluss dieser Tour, bei der fast alles klappte und ich ein Angeln erlebte wie es wohl nur noch an wenigen Orten möglich ist. Zudem war es, auch wenn es in diesem Bericht möglicherweise anders erscheint, kein reiner Angeltrip. Viele Plätze mussten, aufgrund der fehlenden Offroadtauglichkeit unseres Campers, links liegengelassen werden. Es gibt also noch einiges zu entdecken in WA…

Die besten Fische und Plätze sind in diesem kurzen Video nochmals zu sehen:

Daniel Klemm