Colombias Wild Coast

Die Pazifikküste Kolumbiens ist wohl eine der letzten Orte dieser Küste, die sich ihre komplette Ursprünglichkeit bewahrt haben. Noch vor einigen Jahren war es lebensgefährlich hierhin zu reisen, doch seit den Friedensabkommen mit den FARC hält auch in diese entlegenen Ecke der Welt schön langsam der Tourismus Einzug.

Minimaschine – Eine Erfahrung für sich

Schon die Anreise mit einer Minimaschiene über die Anden ist ein Abenteuer, besonders in der Regenzeit. Die Landung im Dschungel ist spektakulär und bereits beim Anflug sieht man unzählige Hotspots. Inmitten des Pazifiks türmen sich die Felsen und bieten ein perfektes Jagdrevier für alle Räuber des Pazifiks.

Hotspot´s soweit das Auge reicht

Nach dem Flug ging es per Boot nach Bahia Huia, ein kleines Fischerdorf mitten in einer malerischen Bucht. Die einheimischen Fischer dort sind bestens motorisiert, müssen sie für ihre Zielfische Mahi-Mahi und Yellowfin Tuna doch weit auf den Ozean hinaus. Doch neben einer herausragenden Offshore Fischerei, vor allem von Februar bis April, gibt es noch eine Reihe von Inshore Arten die praktisch nicht befischt werden.

It’s raining

Die Regierung Kolumbiens hat den Bereich um die Choco Küste für allen kommerziellen Fischfang gesperrt und erlaubt nur Handleinenfischerei der einheimischen Bevölkerung.

Das Equipment passt!

Dementsprechend waren die Erwartungen vor der ersten Ausfahrt. Die Regenzeit war allerdings in diesem Jahr besonders heftig und durch den hohen Süßwassereintrag waren die Beutefische weit auf den Ozean hinausgezogen. Stundenlanges Werfen brachte bis auf Kleinfisch keinen Ertrag.

Bis nach Panama

So wurde am nächsten Tag die zweistündige Reise bis an die fast an die Grenze Panamas unternommen. Hier kommen starke Strömungen des Humboldtstroms an die Küste und mit Ihnen pelagische Räuber.

Als der Spot in Sichtweite kam, konnte man schon verschiedenen Seevögel beim Jagen sehen. Klar, dass die Thune hier unterwegs waren. So ging es mehrere Stunden Schlag auf Schlag. Yellowfin Tunas bis 15 Kilogramm bescherten eines großartigen Drills an der leichten Ausrüstung.

Einer von vielen Tuna´s

Egal ob Jigging oder Popping, die Thune stürzen sich im Jagrdrausch auf alle Köder. Nach dem Fangrausch gab es dann ein Mittagessen in unvergesslicher Kulisse, die Insel wurde von unserem Guide „The Aquarium“ genannt. Um jeden Felsen tummelten sich Unmengen von Korallenfischen und Räubern.

Schöner Wahoo

Die folgenden Stunden waren dann nicht mehr so spektakulär wie der Morgen, doch ein großer Wahoo auf den FCL Labo Jig war der krönende Abschluss dieses Tages.

Inshore Madness

Die nächsten Tage sollten dann aber wieder dem eigentlichen Ziel der Reise gewidmet werden: Cubera Snapper und Roosterfish. Stundenlanges Fahren entlang der Küste und Werfen brachte allerdings bis auf einige Nachläufer keinen Fisch.
Erst am letzten Tag entdeckten wird küstennah Sardinen und mit ihnen die Räuber. Über einige Stunden gab es Biss auf Biss. Vor allem Jurel (Trevally) waren im Fressrausch und schlugen immer wieder brutal auf die Köder.

Da ist das Ding!

Gegen Abend wurden dann auch anderen Fischarten aktiver. Nach einem Fehlbiss inklusive Flugeinlage eines riesigen Tarpons knallte schließlich der ersehnte Rooster auf den Jack Fin Pelagus. Die Schönheit durfte nach einem kurzen Foto natürlich weiter ihre Bahnen im Ozean ziehen.

Ein kapitaler Fisch

Der Tag wäre so schon genial gewesen, als dann beim letzten Stopp auch noch ein kapitaler Cubera auf den Halco Roosta biss und nach sehr hartem Drill direkt am Felsen gelandet werden konnte, war der Tag perfekt.

Pura vida

Neben der großartigen Fischerei ist Bahia Huia auch so einen Besuch wert. Die Einheimischen sind (Spanisch vorausgesetzt) sehr gastfreundlich und offen. Das Essen ist sehr schmackhaft und zudem sehr billig.

Ein Traum – die wilde Küste Kolumbiens

Das Beste ist aber natürlich die unberührte Natur. Wandern oder Baden an kilometerlangen Stränden gesäumt von Palmen, Dschungeltouren mit einheimischen Guides oder Whale Watching – das Programm für Naturliebhaber ist umfangreich. Wer also etwas Abenteuergeist besitzt und auf Luxus verzichten kann, sollte sich die wilde Küste Kolumbiens unbedingt einmal ansehen!

Empfohlene Ausrüstung:

Schweres Gerät:
Stickbaits (für Rooster und Tuna) und Popper (für Cubera) in Größen bis zu 190 mm lieferten die besten Resultate.
Nomad Madscad 190, Hybrida J1 Tropic und Halco Roosta Haymaker waren die Köder der Reise.
Rutenklasse zwischen PE 5-8.

Light Tackle:
Blinker, Gummifische und sinkende Stickbaits sind ideale Köder, um kleineren Räubern nachzustellen. Kleine Grouper, Snapper und Triggerfish sind entlang der ganzen Küste zu fangen.
Die besten Köder waren der Seaspin Janas, Nomad Madscad 115, Fiiiish Black Minnow und DUO Realis Pencil.
Rutenklasse zwischen PE 2-3.

Daniel Klemm