| Angelprojekt am Schliersee |
|
|
|
| Geschrieben von Damian Sojka | |
| 05.04.2010 | |
Im Kinderzentrum St. Vincent Regensburg wird das Angeln als eine strukturierte therapeutische Maßnahme für Kinder und Jugendliche des Kinderzentrums angeboten. Das Angelprojekt erweitert das Spektrum der stützenden Maßnahmen, sich und die Umwelt positiv zu erleben und das Lebensumfeld zu erweitern. Besonders spannend fand ich die Idee von Oswald, einen Ausflug mit den Jugendlichen an ein bayerisches Voralpensee zu organisieren. Zielfische sollten die Coregonen sein. Geangelt wurde mit einer Hegene sowie ultra leichter Spinnrute. Für mich diente ein Renkenschwarm bis dato auf der masurischen Seenplatte bei Trollingtouren und der Suche nach großen Freiwasserhechten lediglich als Anhaltspunkt einen Esox zu finden. Nach der Anfrage von Oswald ließ ich mir durchaus neugierig die Gelegenheit nicht entgehen, die Angelmethode zu probieren und die neue Erfahrung mit einem guten Zweck zu verbinden.
Ein zwar teilweise kalter aber meist sonniger Apriltag erwartete uns am Schliersee. Dank der Informationen und hilfreichen Tipps von unserem “Renkenspezi“ Uli konnten wir uns im Vorfeld eine Strategie für einen erfolgreichen Tag überlegen. Laut kurzer Recherche im Netz sollten heuer am Schliersee schon einige Renken in Wassertiefen zwischen 15 - 18 Meter überlistet worden sein. Nach einem Blick auf die Tiefenkarte des Sees kristallisierten sich schnell einige Plateaus heraus. Besonders auffällig bei der Ausfahrt war, dass nahezu alle Boote am See sich in den 15 bis 20 Meter Tiefenbereichen aufhielten. Wir setzten den ersten Anker etwas tiefer. Meinen Erfahrungen nach beobachtete ich Renkenschwärme erst Ende Mai in Wassertiefen zwischen 15 - 20 Meter. Nach dem der See noch vor einigen Tagen nahezu komplett zugefroren war und die Wassertemperatur gerade bei 2°C lag, probierten wir es etwas tiefer. Am Fuße einer Auffahrt auf ein 15-Meter Plateau betrug die Tiefe ca. 28 Meter mit schlammigem Untergrund. Perfekte Bedingungen für die Plankton- und Kleintierfresser. Der Schachzug etwas tiefer zu angeln erwies sich als goldrichtig. Kaum war der Anker gesetzt ging es schon los. Ein Biss nach dem Anderen. Extrem kampfstarke Renken zwischen 30 - 35cm, mit einem Drillspaß vom feinsten überstiegen deutlich meine Erwartungen. Hinzu kamen immer wieder Bisse von Seesaiblingen, die von der Kampfkraft nochmal eine Schippe drauf gelegt und für kreischende Rollenbremsen gesorgt haben. Am Ende konnten wir zu zweit in knapp 6 Stunden über 20 Renken und ca. 15 Saiblinge überlisten. Die Bissfrequenz war stellenweise phänomenal.
An dem Tag habe ich gelernt, dass das Angeln auf Coregonen eine wirklich spannende Angelei ist, die ich ab sofort mit viel Strategie, Fingerspitzengefühl und wahnsinnig schönem Drillerlebnis verbinde umhüllt von einer atemberaubenden Bergkulisse. Desweiteren hatte ich das Gefühl, dass der Tag auch von den Kindern genossen wurde. Abgerundet wurde der Erlebnistag mit einem gemeinsamen Abend, an dem ich den vorzüglichen Geschmack einer geräucherten Renke kosten durfte. Vielen Dank an das Kinderheim St. Vincent für die Einladung und Oswald für die tolle Organisation. Ich hoffe meinen kleinen Anteil zum Gelingen der Erlebnistour beigetragen zu haben und freue mich schon auf kommende gemeinsame Events. |










